29.01.12 | 21:45 Uhr

Unsere Gäste am Sonntag

Am Sonntagabend diskutierte Günther Jauch das Thema der Woche mit Dietmar Bartsch, Alexander Dobrindt, Vera Lengsfeld, Peter Frisch und Heribert Prantl.


Dietmar Bartsch, Die Linke
Stellvertretender Fraktionsvorsitzender

Dietmar Bartsch © ddp Fotograf: Jens-Ulrich Koch

Dietmar Bartsch

1977 SED-Mitglied, 1998 PDS-Abgeordneter im Bundestag (später Linke-Abgeordneter), seit 2010 stellvertretender Fraktionsvorsitzender: Dietmar Bartsch ist schon lange im linken Spektrum politisch aktiv. Er steht auf der Liste der 27 vom Verfassungsschutz beobachteten Bundestagsabgeordneten und wertet die Überwachung als klaren Angriff auf seine Partei. "Hier soll die Linke als Partei als Ganzes getroffen werden. Wir sollen diskreditiert werden."


Alexander Dobrindt, CSU
Generalsekretär

Alexander Dobrindt © dapd Fotograf: Nigel Treblin

Alexander Dobrindt

Seit 2002 ist Alexander Dobrindt Abgeordneter des Deutschen Bundestags und seit 2009 Generalsekretär der CSU. Die Beobachtung von Linke-Politikern durch den Verfassungsschutz hält er für richtig. Seiner Ansicht nach könne die Überwachung sogar noch intensiviert werden. Dobrindts Begründung: "Die Doktrin der Linkspartei bleibt pro-kommunistisch und verfassungsfeindlich, auch wenn sie in einem Parlament verkündet wird."


Vera Lengsfeld, CDU
DDR-Bürgerrechtlerin und ehemalige Bundestagsabgeordnete

Vera Lengsfeld © ddp Fotograf: Philipp Guelland

Vera Lengsfeld

Noch zu DDR-Zeiten trat Vera Lengsfeld den Grünen bei und wurde 1990 Abgeordnete im Deutschen Bundestag. Nachdem sie 1991 erfuhr, dass sie von ihrem eigenen Mann bespitzelt worden war, ließ sie sich scheiden. Aus Protest gegen die Pläne der Grünen, mit der PDS koalieren zu wollen, wechselte sie 1996 zur CDU. Aufgrund verfassungsfeindlicher Tendenzen sei es legitim, die Linke zu beobachten, so Lengsfeld.


Peter Frisch
Ehemaliger Präsident des Bundesamts für Verfassungsschutz

Peter Frisch © ddp Fotograf: Andreas Altwein

Peter Frisch

Zwischen 1987 und 1996 war Peter Frisch Vizepräsident des Verfassungsschutzes, von 1996 bis 2000 Präsident. Er verteidigt den Bundesverfassungsschutz und weist Kritik an der Arbeitsweise der Behörde sowie den umstrittenen Einsatz von V-Leuten zurück. Die Beobachtung von Linken und Rechten findet er richtig – sofern sie durch die entsprechenden Instanzen legitimiert sind.


Heribert Prantl
Mitglied der Chefredaktion "Süddeutsche Zeitung"

Heribert Prantl © dapd Fotograf: Sebastian Widmann

Heribert Prantl

Heribert Prantl leitet seit 1995 das Ressort Innenpolitik der Süddeutschen Zeitung. Prantl ist nicht nur Autor vieler Leitartikel und Kommentare, sondern hat auch zahlreiche Essays und politische Bücher geschrieben. Die Arbeit des Verfassungsschutzes sieht er äußerst kritisch – die Beobachtung der gewählten Linke-Abgeordneten hält er für überzogen und dilettantisch. "Der Verfassungsschutz ist doch kein Zeitungsausschnittsbüro."