Wissenswertes zum aktuellen Thema

Was ist der Generationenvertrag? Worum handelt es sich beim demographischen Wandel? Und gibt es in Deutschland Altersarmut? Wir klären die wichtigsten Begriffe zum Thema der Woche.

Rente

Das Wort Rente beziehungsweise Altersrente ist ein allgemeiner Begriff für Leistungsbezüge, die im Ruhestand aus den gesetzlichen Sozialversicherungen für Pflichtversicherte gezahlt werden. Die gesetzliche Altersrente unterscheidet sich in Deutschland von der sogenannten Pension, die an ehemalige Beamte gezahlt wird.

Rente Renten Geld Rentner Euro © dpa Fotograf: Frank May

Nach der Erwerbstätigkeit kommt die Rente.

Die Rente wird grundsätzlich bis zum Tode des Rentenbeziehers gezahlt. Da die Menschen immer älter werden, müssen die Rentenkassen auch immer länger die Renten auszahlen. Laut den Statistiken des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales hat sich die Rentenbezugsdauer des Durchschnittsrentners von 1955 bis 2009 fast verdoppelt: In den alten Bundesländern bekamen Männer im Schnitt 9,8 Jahre Rente, Frauen 10,2 Jahre. 2009 bekamen die Männer in den alten Bundesländern im Durchschnitt schon 16,2 Jahre lang ihre Rente ausgezahlt (neue Bundesländer: 18,5) und Frauen 20,1 Jahre (neue Bundesländer: 22,1 Jahre).

Im Durchschnitt beziehen Rentner in Deutschland laut Statistik 736 Euro Rente. Hinzu kommen bei vielen noch Betriebsrenten, Zusatzversorgungen aus Tätigkeiten im öffentlichen Dienst oder Zusatzeinkünfte wie Zinsen, Mieten und private Lebensversicherungen.

Generationenvertrag

Der sogenannte Generationenvertrag ist ein nicht schriftlich festgelegter Solidar-Vertrag zwischen der Beiträge einzahlenden Generation und der Renten empfangenden Generation. Der Begriff wurde Ende der 1950er Jahre geprägt, als unter Konrad Adenauer eine Rentenreform durchgeführt wurde, bei der vom Kapitaldeckungsverfahren auf ein Umlageverfahren gewechselt wurde.

Kern des Generationenvertrags ist die Idee, dass die heutige Generation sich verpflichtet, mit ihren Beiträgen die heutigen Renten zu finanzieren - in der Erwartung, dass die ihr folgende Generation die gleiche Verpflichtung übernimmt. Durch den demographischen Wandel (Geburtenrückgang und Überalterung) geht diese Rechnung allerdings nicht mehr auf.

Demographischer Wandel

Eine Gruppe von älteren Leuten sitzt an einer Kaffeetafel. © NDR Fotograf: Martina Witt

Die Lebenserwartung bei Männern liegt derzeit bei 76,2 Jahren.

Als demographischer Wandel wird die Veränderung der Struktur einer Gesellschaft bezeichnet. Für Deutschland lässt sich der demographische Wandel in einem Satz beschreiben: Die Bevölkerungszahl geht zurück, während gleichzeitig der Altersdurchschnitt steigt.

Denn: Laut Deutscher Rentenversicherung steigt die Lebenserwartung bei Männern von derzeit 76,2 Jahren bis 2050 auf 83,5 Jahre, bei Frauen von derzeit 81,8 Jahren auf 88 Jahre. Seit Beginn der 1970er Jahre ist zudem die Sterberate höher als die Geburtenrate, wodurch die Bevölkerung insgesamt weniger wird. Im Jahr 2060 sollen laut Vorausberechnungen bereits 65,4 Prozent der Deutschen über 65 Jahre alt sein.

Für die Rente bedeutet dies: Während 1957 noch ganze fünf Erwerbstätige für die Rente eines Senioren aufkamen, waren es 1991 nur noch vier und 2006 nur noch drei Arbeitnehmer. Wäre es beim Renteneintrittsalter von 65 Jahren geblieben, wäre dieses Verhältnis zwischen 2025 und 2030 gekippt - auf einen Beschäftigten wären dann zwei Rentner gekommen.

Altersarmut

Von Altersarmut wird gesprochen, wenn Rentner nicht von der ihnen ausgezahlten Rente leben können. Derzeit ist es noch so, dass die Gruppe der Rentner wenig von Armut betroffen ist - doch in den kommenden Jahrzehnten könnte Altersarmut ein großes Problem werden.

In einer Studie warnte die OECD erst kürzlich vor steigender Altersarmut: "Deutschland gehört international zu den Schlusslichtern bei der Alterssicherung von Geringverdienern", sagt Monika Queisser, Leiterin der Abteilung Sozialpolitik der OECD, der Zeitung ‚Die Welt‘. "Die strikte Beitrags-Leistungs-Bindung führt dazu, dass Menschen, die ihr Leben lang gearbeitet und nur ein geringes Einkommen bezogen haben, im Alter armutsgefährdet sind."

Private Altersvorsorge

Um die gesetzliche Altersrente aufzustocken, gibt es die Möglichkeit der privaten Altersvorsorge, die bislang freiwillig ist. Unter bestimmten Voraussetzungen kann die private Altersvorsorge durch Zulagen oder Steuervorteile staatlich gefördert werden. Zu den bekanntesten staatlich geförderten Privatvorsorgen zählen die Riester-Rente oder die Rürup-Rente.

Taschenrechner © picture alliance / dpa Fotograf: Marcus Brandt

Reicht die Rente für den Monat?

Die private Altersvorsorge ist immer ergänzend zur Rente zu sehen. Derzeit macht die gesetzliche Altersrente im Durchschnitt 65 Prozent aller Alterseinkommen in Deutschland aus. Die übrigen 35 Prozent setzen sich aus der privaten Altersvorsorge, Zusatzeinkünften und/oder Zusatzversorgungen zusammen.