08.03.15 | 21:45 Uhr

Unsere Gäste


Zhanna Nemzowa
Tochter des ermordeten Boris Nemzow

Zhanna Nemzowa © Imago

Zhanna Nemzowa

Zhanna Nemzowa wurde 1984 im russischen Gorki geboren. Als ihr Vater 1997 stellvertretender russischer Ministerpräsident wurde, zog die Familie nach Moskau. Nach dem Schulabschluss nahm Nemzowa 2001 ein Studium in den USA auf, kehrte jedoch bald nach Russland zurück und machte 2005 in Moskau ihren Abschluss am Institut für internationale Beziehungen. 2007 begann Nemzowa als stellvertretende Finanzdirektorin im Kundendienst bei der Verwaltungsgesellschaft „Mercury Capital Trust“ zu arbeiten – ein Familienunternehmen, das sie gemeinsam mit ihrem früheren Ehemann führt. Seit acht Jahren ist Nemzowa zudem beim russischen Wirtschaftskanal RBK journalistisch tätig und moderiert dort unter anderem eine Börsensendung. Derzeit studiert sie außerdem parallel an der staatlichen juristischen Akademie in Moskau. Seit ihrer Studienzeit ist Nemzowa zudem politisch engagiert.


Garri Kasparow (zugeschaltet)
Ehemaliger Schachweltmeister, russischer Oppositioneller, Freund von Boris Nemzow

Garri Kasparow © dpa Fotograf: Christine Cornelius

Garri Kasparow

Garri Kasparow wurde 1963 in Baku (Aserbaidschan) geboren. Mit fünf Jahren erlernte er das Schachspiel, 1976 und 1977 wurde er Schach-Juniorenmeister der UdSSR. Im Alter von 17 Jahren erhielt Kasparow bereits den Titel Großmeister, 1985 trat er bei der Schachweltmeisterschaft gegen den amtierenden Weltmeister Anatoli Karpow an. Nach 48 Partien und mehr als 300 Spielstunden wurde das Finale zunächst abgebrochen. Erst im Herbst wurde das Duell neu aufgelegt und Kasparow wurde mit 22 Jahren zum ersten Mal Weltmeister. 2005 zog sich Kasparow nach einer überaus erfolgreichen Karriere aus dem professionellen Schachspiel zurück und widmete sich der russischen Politik. Bereits seit 1984 war er politisch aktiv und in verschiedenen Parteien engagiert. Von Beginn an profilierte Kasparow sich als Kritiker Wladimir Putins und wurde mehrfach verhaftet. 2008 gründete Kasparow gemeinsam mit dem kürzlich ermordeten Boris Nemzow die Oppositionsbewegung Solidarnost. Kasparow lebt heute in Kroatien und den USA.


Alfred Reingoldowitsch Koch
Freund von Boris Nemzow, ehemaliger Vize-Ministerpräsident

Alfred Reingoldowitsch Koch (l.) zusammen mit Boris Nemzow © Koch/Reitschuster

Alfred Reingoldowitsch Koch (l.) zusammen mit Boris Nemzow

Alfred Reingoldowitsch Koch wurde 1961 in Kasachstan geboren. Er studierte in Togliatti (Russland) und Leningrad Wirtschafts-Kybernetik, promovierte 1987 und arbeitete anschließend zwei Jahre als Dozent am Leningrader Polytechnischen Institut. 1990 wurde Koch Bürgermeister im Petersburger Stadtteil Sestrorezk, ab 1991 arbeitete er in leitender Position bei verschiedenen Treuhandanstalten und wurde 1996 Vorsitzender des staatlichen Privatisierungskomitees der Russischen Föderation. 1997 übernahm Koch das Amt des Vize-Ministerpräsidenten Russlands, trat aber bald von all seinen politischen Ämtern zurück und wurde Vorsitzender der Investmentgesellschaft Montes Auri AG. 2000 wechselte Koch zu Gazprom-Media, 2002 wurde er als Abgeordneter für den Leningrader Stadtrat nominiert, zog seine Kandidatur jedoch zurück. Koch gilt als Gegner und Kritiker der Außenpolitik Wladimir Putins und lebt seit einiger Zeit in Deutschland – nach eigenen Angaben aus „Furcht vor Strafverfolgung in Russland.“ Er war ein enger Vertrauter des kürzlich ermordeten Oppositionellen Boris Nemzow.


Ina Ruck
Ehemalige Leiterin des ARD-Studios in Moskau

Ina Ruck © dpa Fotograf: Jens Kalaene

Ina Ruck

Ina Ruck wurde 1962 in Unna (Nordrhein-Westfalen) geboren. Nach dem Abitur studierte sie Slawistik, Politikwissenschaft und Publizistik in Münster, Wien, Oxford und Moskau. Von 1990 bis 1992 machte Ruck ein Volontariat beim NDR, 1993 wurde sie Redakteurin und Reporterin beim ARD Morgenmagazin. 1995 ging Ruck erstmals als Fernsehkorrespondentin ins ARD-Studio Moskau. 2001 wurde sie Redakteurin beim WDR und arbeitete in den folgenden vier Jahren unter anderem in Moskau und Washington. 2005 wechselte Ruck erneut ins ARD-Studio Moskau, 2007 bis 2008 war sie als Korrespondentin und Redakteurin im ARD-Studio in Washington tätig. Von 2008 bis 2014 leitete Ruck das ARD-Studio in Moskau.


Matthias Platzeck, SPD
Vorsitzender des Deutsch-Russischen Forums, ehemaliger Ministerpräsident von Brandenburg

Matthias Platzeck © dpa/picture alliance Fotograf: Marc Tirl

Matthias Platzeck

Matthias Platzeck wurde 1953 in Potsdam (Brandenburg) geboren. Er studierte Kybernetik und arbeitete anschließend viele Jahre als Abteilungsleiter bei der Hygieneinspektion Potsdam. 1990 wurde Platzeck über die Grünen-Liste in den Brandenburger Landtag gewählt und umgehend zum Umweltminister ernannt. Das Amt behielte er bis 1998; 1995 trat er der SPD bei. Von 1998 bis 2002 arbeitete Platzeck als Oberbürgermeister von Potsdam, bis er wieder auf die landespolitische Ebene zurückkehrte: 2002 wurde er erstmals Ministerpräsident von Brandenburg und behielt diesen Posten die folgenden elf Jahre. Von November 2005 bis April 2006 war er zudem Parteivorsitzender der SPD. Im August 2013 trat Platzeck aus gesundheitlichen Gründen von allen politischen Ämtern zurück. Bis heute ist er im Aufsichtsrat der Flughafengesellschaft Berlin Brandenburg tätig, seit März 2014 ist er zudem Vorsitzender des Deutsch-Russischen Forums.


Vladimir Kondratiev
Langjähriger Deutschlandkorrespondent für das russische Fernsehen

Vladimier Kontradiev © Kondratiev

Vladimier Kondratiev

Vladimir Kondratiev wurde 1947 in Moskau geboren. Von 1967 bis 1972 studierte er Journalistik in Leipzig und arbeitete anschließend als Redakteur bei Radio Moskau für den deutschsprachigen Bereich. 1980 wechselte Kondratiev zum Zentralfernsehen der UdSSR und arbeitete unter anderem als Kommentator in den Nachrichten. 1986 übernahm er für acht Jahre die Leitung des Büros des sowjetischen Fernsehens in Bonn, 1994 ging er nach Berlin und wurde Direktor des russischen Senders NTW. 1997 ging Kondratiev zurück nach Moskau und übernahm dort die Programmdirektion von NTW. Seit 1998 ist er politischer Kommentator der NTW-Fernsehgesellschaft.