23.11.14 | 21:45 Uhr

Unsere Gäste


Matthias Platzeck, SPD
Vorsitzender des Deutsch-Russischen Forums, ehemaliger Ministerpräsident von Brandenburg

Matthias Platzeck © dpa/picture alliance Fotograf: Marc Tirl

Matthias Platzeck

Matthias Platzeck wurde 1953 in Potsdam (Brandenburg) geboren. Er studierte Kybernetik und arbeitete anschließend viele Jahre als Abteilungsleiter bei der Hygieneinspektion Potsdam. 1990 wurde Platzeck über die Grünen-Liste in den Brandenburger Landtag gewählt und umgehend zum Umweltminister ernannt. Das Amt behielte er bis 1998; 1995 trat er der SPD bei. Von 1998 bis 2002 arbeitete Platzeck als Oberbürgermeister von Potsdam, bis er wieder auf die landespolitische Ebene zurückkehrte: 2002 wurde er erstmals Ministerpräsident von Brandenburg und behielt diesen Posten die folgenden elf Jahre. Von November 2005 bis April 2006 war er zudem Parteivorsitzender der SPD. Im August 2013 trat Platzeck aus gesundheitlichen Gründen von allen politischen Ämtern zurück. Bis heute ist er im Aufsichtsrat der Flughafengesellschaft Berlin Brandenburg tätig, seit März 2014 ist er zudem Vorsitzender des Deutsch-Russischen Forums. Platzeck plädiert in der aktuellen Debatte für einen versöhnlichen Ton gegenüber Russland. In einem ersten Statement nach dem Putin-Interview sagte er: „Der Klügere gibt auch mal nach.“


Wolf Biermann
Bürgerrechtler, Musiker

Wolf Biermann © dpa

Wolf Biermann

Wolf Biermann wurde 1936 in Hamburg geboren. Nach dem Zweiten Weltkrieg lebte er zunächst mit seiner Mutter in Hamburg, übersiedelte aber 1953 in die DDR auf ein Internat nahe Schwerin. Nach dem Abitur begann er ein Studium der politischen Ökonomie in Berlin, das er jedoch zugunsten seiner Tätigkeit als Regieassistent am Berliner Ensemble abbrach. Ab 1963 studierte er Philosophie und Mathematik auf Diplom. Zu dieser Zeit war Biermann bereits als Musiker und Lyriker tätig und hatte das Berliner Arbeiter-Theater in Ost-Berlin gegründet. Aufgrund von Biermanns Regimekritik wurde 1963 vorläufiges Auftrittsverbot gegen ihn verhängt und das Theater geschlossen. Biermann verbreitete trotz staatlichen Verbots weiterhin seine Musik, sowohl in der DDR als auch in der BRD. 1976 wurde Biermann aus der DDR ausgebürgert. Er setzte seine musikalische Karriere in Westdeutschland fort und kritisierte in seinen Liedern immer wieder die DDR. Kurz nach dem Fall der Mauer durfte er Ende 1989 erstmals wieder in Leipzig auftreten. Im Ukraine-Konflikt hat sich Biermann schon mehrfach zu Wort gemeldet und aktiv die pro-westlichen Ukrainer unterstützt. So war er im Mai 2014 zusammen mit seiner Frau auf dem Maidan, um sich mit den Demonstranten zu solidarisieren. Wenige Wochen zuvor hatte er zudem einen persönlichen Brief an Vitali Klitschko geschrieben, der mittlerweile Bürgermeister von Kiew ist.


Gabriele Krone-Schmalz
Journalistin, ehemalige Moskau-Korrespondentin

Gabriele Krone-Schmalz  Fotograf: Karlzheinz Schindler

Gabriele Krone-Schmalz

Gabriele Krone-Schmalz wurde 1949 in Lam (Bayern) geboren. Nach dem Abitur studierte sie Osteuropäische Geschichte, Slawistik, Politik sowie mittlere und neuere Geschichte in Köln und war dort anschließend als wissenschaftliche Hilfskraft tätig. 1976 volontierte Krone-Schmalz beim WDR in Köln und war ab 1978 Redakteurin bei der Tagesschau bzw. den Tagesthemen. 1980 ging sie für kurze Zeit ins ARD-Studio nach New York, ab 1982 arbeitete sie als Redakteurin beim Magazin Monitor. Ab 1984 moderierte sie zudem regelmäßig Drei vor Mitternacht. 1987 übernahm Krone-Schmalz als erste Frau den Korrespondentenplatz in Moskau, wo sie bis 1991 tätig war. Anschließend moderierte sie für fünf Jahre den Kulturweltspiegel und arbeitet bis heute als Autorin. Seit 2000 ist Krone-Schmalz zudem ehrenamtliches Mitglied im „Petersburger Dialog“ sowie Dozentin an der Business School in Iserlohn.


Alexander Graf Lambsdorff, FDP
Stellvertretender Vorsitzender des Europäischen Parlaments

Der Vorsitzende der FDP-Gruppe im Europäischen Parlament, Alexander Graf Lambsdorff, spricht als FDP-Spitzenkandidat für die Europawahl auf dem Landesparteitag der niedersächsischen FDP in Oldenburg. © dpa Bildfunk Fotograf: Ingo Wagner

Alexander Graf Lambsdorff

Alexander Graf Lambsdorff wurde 1966 in Köln (Nordrhein-Westfalen) geboren. Nach dem Abitur studierte er in Bonn und Washington D.C. Geschichte, trat 1987 in die FDP ein und arbeitete nach dem Studium zunächst für die Unternehmensberatung McKinsey sowie für die EU-Kommission. 1995 wurde Lambsdorff zum Diplomaten ausgebildet und war ab 1997 im Planungsstab des Auswärtigen Amts tätig. Von 2000 bis 2003 arbeitete er im Pressereferat der deutschen Botschaft in Washington. 2004 wurde Lambsdorff ins Europäische Parlament gewählt, seit Juli 2014 ist er dort Vizepräsident. Lambsdorff ist Mitglied im Ausschuss für internationalen Handel sowie stellvertretendes Mitglied im Ausschuss für auswärtige Angelegenheiten. Außerdem ist er Mitglied im gemischten parlamentarischen Ausschuss EU-Türkei und in der Delegation des europäischen Parlaments für die Beziehungen zu Israel. Seit 2011 ist er Vorsitzender der FDP im Parlament. Lambsdorff hat eine enge persönliche Verbindung zu Russland: Seit seinem 16. Lebensjahr reist er regelmäßig nach Russland und lebte einige Monate in Sibirien, um die russische Sprache zu lernen.