19.10.14 | 21:45 Uhr

Udo Reiters letzter Wille – dürfen wir selbstbestimmt sterben?

„Wenn man in eine Situation kommt, in der man zum Leben nicht mehr Ja sagt – muss es dann nicht eine Möglichkeit geben, in einer humanen und menschenwürdigen Art aus dem Leben zu scheiden? Es geht nicht darum, jemanden in den Tod zu drängen, aber man kann ihn doch auch nicht zum Leben zwingen! Ich lasse mir nicht verbieten, dass ich sage: Danke, so möchte ich nicht mehr!“

Mit Sätzen wie diesen provozierte der frühere MDR-Intendant Udo Reiter in den vergangenen Jahren so manche Diskussion – so auch im Januar 2014 bei GÜNTHER JAUCH, als er mit Franz Müntefering leidenschaftlich über das Recht auf einen selbstbestimmten Tod stritt und sich für aktive Sterbehilfe und legale Beihilfe zur Selbsttötung einsetzte.

„Danke, so möchte ich nicht mehr.“ Vor wenigen Tagen hat Reiter nun ernst gemacht und sich das Leben genommen. Der selbst gewählte Tod Reiters wirkt auf viele wie ein Statement: Da die von ihm geforderte aktive Sterbehilfe hierzulande verboten ist, hat er sein Leben selbst beendet – so, wie er es angekündigt hatte. Auf eine Art und Weise, die er eigentlich als unwürdig empfand. Doch Reiter sah offenbar keinen anderen Weg für sich.

Der Freitod Reiters hat die Debatte um Sterbehilfe und den selbstbestimmten Tod erneut angeschoben. Sollte Sterbehilfe erschwert oder erleichtert werden? Sollten auch „lebenssatte“, gesunde Menschen ein Recht auf Sterbehilfe haben? Wie kann schwer kranken Menschen ein würdevoller Tod ermöglicht werden?


Darüber diskutierte Günther Jauch am Sonntagabend mit seinen Gästen.