Eine kurze Geschichte von extra 3

Wolf von Lojewski © NDR Fotograf: NDR Pressestelle

Wolf von Lojewski - schnurstracks auf dem Weg zur Goldenen Kamera.

"Welche Erkenntnislust, welchen Spaß beim Zuschauen, welchen Genuss über gelungene journalistische Treffer es im TV-Programm immer noch geben kann, beweist seit einiger Zeit das Magazin extra drei im Dritten Programm des NDR". So schön stand es im sozialdemokratischen Monatsmagazin "Vorwärts" , im Februar 1978. Da war extra 3 gerade mal anderthalb Jahre alt.

Und selbst die Macher waren überrascht, dass es die Sendung noch gab. "Extra 3 wird das Jahr 1976 nicht überleben", unkte Miterfinder und Erstmoderator Dieter Kronzucker schon kurz nach der ersten Sendung - die lief übrigens am 21. September 1976, einem Dienstag.

Kaderschmiede für Aust, Boning, von Lojewski

Hans-Jürgen Börner © NDR Fotograf: NDR Pressestelle

Hans-Jürgen Börner - mit staubtrockenem Humor und Sekt hielt der Stil bei "extra 3" Einzug. Er moderierte von 1989 bis 1997 die Sendung.

Kronzucker irrte - extra 3 lebt mehr denn je. Und das, obwohl die Sendung Politiker und Programmverantwortliche nicht immer erfreut hat. Vor allem kritischen Berichte über Brokdorf sorgten in den siebziger Jahren für Aufsehen. Legendär die Reaktion des damaligen Ministerpräsidenten Niedersachsens, Ernst Albrecht, auf die Sendung.

Für die Macher war extra 3 ein Stahlbad: Kein Wunder, dass viele von ihnen später ziemlich groß rauskamen: Unter anderem Wolf von Lojewski, Stefan Aust und Dieter Merseburger. Schon im Dezember 1976 schrieb die Nordwestzeitung: "Es wird schwierig sein, das Niveau der Sendung auf dem Stand zu halten, wie er gestern präsentiert wurde." Damit hatte die Zeitung völlig Recht: Es war zwar schwierig - aber es sollte gelingen.