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09.02.2012 | 11:56 Uhr

28. März 2010

Wölfe auf dem Vormarsch

Wolfsspuren © NDR/Naturfilm/Sebastian Koerner Fotograf: Sebastian Koerner
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Endlich gibt es sie wieder, freilebende Wölfe in Deutschland. In den meisten Gebieten wurden sie bereits vor 150 Jahren ausgerottet, doch nun sind sie zurück. Das Comeback der Wölfe begann auf einem sächsischen Truppenübungsplatz.

Heute hat Sachsen etwa 25 Wölfe und auch in anderen Bundesländern wurden einige gesichtet. Die Wölfe sind wieder auf dem Vormarsch und das ist eine Erfolgsgeschichte, wie man sie heute im Bereich des Artenschutzes selten hört.

Die Biologinnen Gesa Kluth (rechts)  und ihre Kollegin Ilka Reinhardt (links) prüfen wolfsspuren. © NDR/Naturfilm/Sebastian Koerner Fotograf: Sebastian Koerner
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Der Biologe Sebastian Koerner beobachtet die Tiere seit mehr als 10 Jahren, seit mehreren Jahren auch mit der Kamera. Dabei entstanden einzigartige Aufnahmen, die selbst Wolfsexperten so noch nie gesehen haben. Zusammen mit der Wolfsforscherin Gesa Kluth und ihrer Kollegin Ilka Reinhardt spürt er den "deutschen" Wölfen nach. Das eingespielte Team dokumentiert und erforscht ihr Vorkommen und ihre Lebensweise.

Die Rückkehr der Wölfe erfreut nicht jeden

Doch die sensationelle Rückkehr dieser faszinierenden Raubtiere erfreut nicht jeden. Wolfsgegner und um ihre Beute fürchtende Jäger verbreiten das Rotkäppchen-Syndrom ¿ irgendwann wird der sächsische Wolf kleine Kinder fressen, heißt es.

Wolf © NDR/Naturfilm/Sebastian Koerner Fotograf: Sebastian Koerner
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Abgelehnte Abschussanträge und die Begeisterung über die Wölfe seitens des Umweltministeriums in Berlin verhindern jedoch nicht, dass die Welpen des ersten deutschen Wolfspaares spurlos verschwinden. Eine kleine Wölfin bleibt in der Oberlausitz zurück und ist nicht lange allein. Ein Wolf aus Polen findet den Weg zu ihr und es entsteht ein zweites Rudel. Während die Biologen erneut jubeln, bläst ein unverbesserlicher Teil der örtlichen Jägerschaft massiv zum Angriff: In Sachsen gibt es zu viele Wölfe!

Wie viel Wildnis lässt die Bevölkerung zu?

Junger Wolf © NDR/Naturfilm/Sebastian Koerner Fotograf: Sebastian Koerner
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Die "Wunderwaffe" der Pro-Wolf gestimmten Wissenschaftler ist der Einsatz von GPS-Sendern. Mit diesen wollen sie die Gegner überzeugen, dass "zu viel Wolf" in einem Gebiet unmöglich ist, weil Jungtiere immer abwandern und eigene Reviere erobern.

So verwundert es nicht, dass immer mehr Gebiete in Deutschland melden: Die Wölfe sind zurück! So erst vor kurzem in Hessen geschehen.

Wolf © NDR/Naturfilm/Sebastian Koerner Fotograf: Sebastian Koerner
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Sebastian Koerner ist den abwandernden Wölfen weiter mit seiner Kamera auf der Spur und es bleibt spannend: Wie weit werden sie wandern? Können sie in Deutschland überleben oder setzen sich die Wolfsgegner durch? Wie viel Wildnis lässt die Bevölkerung zu? Diese Dokumentation, mit seinen einmaligen Wolfsbildern, leistet einen wichtigen Beitrag, damit "unsere" Wölfe eine faire Chance bekommen.

Buch und Regie: Holger Vogt
Kamera: Sebastian Koerner, Uwe Anders, Holger Vogt

Kontakt

Wildbiologisches Büro LUPUS
Gesa Kluth und Ilka Reinhardt
Dorfstr 16
02979 Spreewitz
Tel. (035727) 57762

Literatur

Der Wolf ¿ Ein Raubtier in unserer Nähe

Hansjakob Baumgartner, Sandra Gloor, Jean-Marc Weber, Peter A. Dettling:
Haupt Verlag
1. Auflage 2008
216 Seiten
ISBN 978-3-258-07274-6
29,90 Euro

Internet-Links

Wiedereinbürgerungspro- jekt des Natuschutzbunds Deutschland (nabu.de).

Die Lausitzer Wolfsrudel: Geschichte, Verbreitung, Schutz (wolfsregion-lausitz.de).

Die Seite für Kinder klärt auf und versucht mit Vorurteilen aufzuräumen (wolf-kinderclub.de).

Die Landesrundfunkanstalten der ARD: BR, HR, MDR, NDR, Radio Bremen, RBB, SR, SWR, WDR,
Weitere Einrichtungen und Kooperationen: ARD Digital, ARTE, PHOENIX, 3sat, KI.KA, DLF/ DKultur, DW