Seitentitel

31.07.2010 | 03:52 Uhr

13. Juni 2009

Kühlboxen im Test

Die getesteten Kühlboxen im Überblick  © NDR
große Bildversion anzeigen

Wer auch bei sommerlichen Temperaturen cool bleiben will, der wählt sich einen Kühlschrank als Begleiter. Natürlich nicht den großen aus der Küche. Tragbare Kühlboxen sorgen für kühle Getränke, ob beim Camping, im Auto, auf dem Boot oder am Strand.  

Die Technik

Kühlboxen begnügen sich mit zwölf Volt und bekommen den Strom aus dem Zigaretten-Anzünder im Auto. Die Technik, die im Deckel steckt, ist einfach: Bei den sogenannten Peltier-Elementen handelt es sich um Halbleiter, die bei der Durchleitung von Strom auf der einen Seite Wärmeenergie aufnehmen und so einen Kühleffekt haben. Auf der anderen Seite geben sie die Wärme ab. Manche Kühlboxen – wie auch das getestete Gerät von Waeco - nutzen diese Technik zusätzlich: Man kann sie durch einen Schalter auf Wärmebetrieb umstellen und so im Winter Speisen und Getränke warm halten. Durch den Einsatz eines Ventilators kann man diesen Effekt noch verstärken.

Manche Geräte funktionieren auch mit 230 Volt, können also an das normale Stromnetz angeschlossen werden. Die Möglichkeit, 230 Volt zu nutzen oder von Kälte auf Wärme umzuschalten, ist nicht exklusiv auf die im Test geprüften Modelle beschränkt. Die verschiedenen Anbieter verfügen in aller Regel über eine große Palette unterschiedlich ausgestatteter Modelle.

Die Vorteile der Peltier-Technik: Sie ist einfach, anspruchslos und fast verschleißfrei, da sie - vom Ventilator abgesehen - keine beweglichen Teile umfasst. Dadurch sind diese Kühlboxen auch relativ günstig. Die Kühlleistung ist aber eher schwach und verbraucht relativ viel Strom. Kühlboxen, die wie große Kühlschränke mit der Kompressortechnik arbeiten, kühlen dagegen sehr viel effektiver: Gute Modelle produzieren sogar Eiswürfel, kosten aber mehrere Hundert Euro.

Modelle im Test

Ratgeber Technik hat vier Kühlboxen mit Unterstützung erfahrener Dauercamper in ihrer praktischen Handhabung und im Fassungsvermögen getestet.

Modelle im Überblick
ModellVolumen (Liter)Preis (Euro)
Campinggaz Smart Picnic (mit Textil-Hülle)2056,95
Waeco CoolFun CD-222289,00
Tristar KB-72242442,20
Ezetil E 212137,90
Vier Camper testen Kühlboxen für Ratgeber Technik. © NDR
große Bildversion anzeigen

Kühlleistung und Stromverbrauch wurden in einer Klimakammer ermittelt: Die Kühlboxen wurden jeweils mit einer Flasche Wasser bestückt (Ausgangstemperatur 22 Grad Celsius) und auf der Ladefläche eines PKW an Messgeräte angeschlossen. Zunächst wurde eine Situation wie auf einem Parkplatz im Hochsommer in der prallen Sonne simuliert. Die Außentemperatur betrug 30 Grad Celsius, im Wagen stieg sie schnell auf 40 Grad. Unter solchen Bedingungen konnten die Kühlboxen die Wassertemperatur gerade mal halten, eine Absenkung war nicht festzustellen. Nach zwei Stunden wurde die Außentemperatur abgesenkt, sodass im Wagen 20 Grad herrschten. Dies entspricht in etwa den Bedingungen im Fahrbetrieb mit offenen Fenstern. Auch hier fielen die Temperaturen in den Flaschen nur sehr langsam. Um zu ermitteln, welche Temperatur erreicht werden kann, wurde der Versuch über Nacht fortgesetzt. Nach 16 Stunden hatten die Boxen die niedrigste Temperatur erreicht. 

Campinggaz

 Fassungsvermögen: Die Box von Campinggaz war die einzige, die Zwei-Liter-Flaschen aufrecht stehend aufnehmen konnte. Obwohl sie mit 20 Litern Fassungsvermögen die kleinste der verglichenen Boxen ist, passten immerhin vier Flaschen, also acht Liter hinein. Dafür gab es drei von vier möglichen Punkten.

Handhabung: Mit einer Textilhülle mit Taschen und einem Schultergurt ausgestattet, lässt sich die Box gut transportieren. Der Deckel hat eine Gummidichtung und lässt sich verriegeln. Gut gemeint ist das Kabelfach. Leider ist es sehr klein und das Verstauen des Kabels umständlich. Wird es nicht komplett verpackt, blockiert es sogar den Deckel, wenn er ganz geöffnet werden soll. Trotzdem bekam die Box wegen der vielen Vorteile vier Punkte für die Handhabung.

Kühlung: Die Box erreichte eine Mindesttemperatur von 6,9 Grad. Das entspricht einer Temperaturdifferenz (Versuchsbeginn 22 Grad) von 15,1 Grad. Ein mittleres Ergebnis, das mit zwei Punkten bewertet wurde.

Stromverbrauch: Bei einer Energieaufnahme von 43 Watt lag die Box ebenfalls im Mittelfeld - zwei Punkte.

Waeco CoolFun

Fassungsvermögen: Obwohl das Fassungsvermögen der Box 22 Liter beträgt, konnten die Tester nur Flaschen mit insgesamt neun Litern unterbringen. Außerdem lässt das Kühlelement im Deckel keinen Platz für Zwei-Liter-Flaschen. Bewertung: drei Punkte.

Handhabung: Die Box bietet viel: Sie hat einen zusätzlichen 230-Volt-Anschluss und kann außerdem vom Kühlen aufs Wärmen umgeschaltet werden. Der Deckel hat eine gute Dichtung. Als Beigabe gibt es einen leichten Deckel ohne elektrische Kühlung, sodass die Box nur zum Aufbewahren gekühlter Speisen und Getränke genutzt werden kann. Als Zusatzausstattung gibt es für 15,95 Euro einen "Spannungswächter", der sicherstellt, dass die Autobatterie nicht leergesaugt wird. Ergebnis: vier Punkte.

Kühlung: Die Waeco-Box kühlte am effektivsten: Sie brachte es auf 2,8 Grad, eine Differenz von 19,2 Grad. Dafür gab es vier Punkte.

Stromverbrauch: Mit einer Energieaufnahme von 26 Watt war sie nicht nur die kühlste, sondern auch die sparsamste Box. Ergebnis: vier Punkte. 

Tristar 

Fassungsvermögen: Obwohl auch in dieser Box nur schwer Zwei-Liter-Flaschen untergebracht werden können, passten satte zehn Liter in Flaschen hinein. Dafür gab es vier Punkte.

Handhabung: Als einzige hat diese Box einen Deckel, der nicht mit Scharnieren angeschlagen ist und deshalb nicht aufgeklappt werden kann. Er muss heruntergenommen und beiseitegelegt werden - besonders am sandigen Strand keine gute Lösung. Außerdem fehlt dem Deckel eine Gummidichtung. Die Grifföffnungen im Deckel sind zu klein. Zudem ist der Tragegriff unzureichend befestigt und löst sich leicht aus der Aufhängung. Es gibt zwar ein Kabelfach, aber das ist sehr klein und das Verstauen des Kabels daher mühsam. Ergebnis: ein Punkt.

Kühlung: Mit 8,1 Grad und einer Temperaturdifferenz von 13,9 Grad war die Leistung relativ schwach - deshalb nur einen Punkt.

Stromverbrauch: Trotz der dürftigen Kühlung war die Energieaufnahme mit 62 Watt mehr als doppelt so hoch wie bei der Waeco-Box. Ergebnis: einen Punkt.

Ezetil

Fassungsvermögen: Auch in dieser Kühlbox sind Zwei-Liter-Flaschen schwierig unterzubringen. Trotzdem passen zehn Liter in Flaschenform hinein. Ergebnis: vier Punkte.

Handhabung: Die Box lässt sich auch mit 230 Volt betreiben. Ansonsten verfügt die Box über eine Standard-Ausstattung. Ergebnis: drei Punkte.

Kühlung: Die Kühlbox hatte mit 8,2 Grad und einer Temperaturdifferenz von 13,8 Grad das schwächste Kühlergebnis - deshalb nur einen Punkt.

Stromverbrauch: In der Energieaufnahme lag die Ezetil mit 42 Watt im Mittelfeld und bekam dafür drei Punkte.

Das Endergebnis:

1. WAECO, 15 Punkte

2. Campinggaz, 12 Punkte

3. Ezetil, 11 Punkte

4. Tristar, 7 Punkte
  

Tipps für den Gebrauch einer Kühlbox

Wasserflaschen in einer Kühlbox © NDR
große Bildversion anzeigen

Wer Zeit und Energie sparen will, sollte Getränke und Lebensmittel nur gekühlt in die Box stellen und Kühlelemente aus dem Tiefkühlfach hinzufügen. Wer diese Regeln beherzigt, muss nicht wie in unserem Test 16 Stunden auf einen kühlen Drink warten, sondern kann sich jederzeit erfrischen. Vorsicht ist in jedem Fall beim Transport von rohem Fleisch oder Fisch geboten. Bei einer Kühltemperatur von acht Grad oder mehr können sich schnell Keime bilden. Frischer Fisch darf nicht über zwei Grad, Geflügel sollte unter vier Grad gelagert werden.

Autorin/Autor: Thilo Eckoldt
Weitere Informationen
Eiswürfel © dpa

Wie bleiben Getränke am Strand kühl?

19.07.2010 20:15

Das Verbrauchermagazin Markt will's wissen und befragt einen Physiker zu Kühlboxen und anderen Kältetricks. [mehr]

Dieser Text gibt den Fernsehbeitrag zum Zeitpunkt der Ausstrahlung wieder. Eventuelle spätere Veränderungen des Sachverhaltes sind nicht berücksichtigt.



Die Landesrundfunkanstalten der ARD: BR, HR, MDR, NDR, Radio Bremen, RBB, SR, SWR, WDR,
Weitere Einrichtungen und Kooperationen: ARD Digital, ARTE, PHOENIX, 3sat, KI.KA, DLF/ DKultur, DW